Das Musical „Hair“ stammt aus den späten 60er Jahren und wurde von Gerome Ragni und James Rado, die das Buch und die Liedtexte verfassten und von Galt MacDermot, der für die Musik verantwortlich war, geschrieben.
Gerome Ragni und James Rado kamen auf das Stück, als sie sich in den 60ern am Broadway als Schauspieler kennen lernten. Die Auseinandersetzung mit der Provokation des modernen Theaters und mit der Entwicklung der amerikanischen Hippie-Bewegung forderte sie heraus, sodass die Texte des Musicals entstanden. Bald hatten sie die Idee, die Texte zu vertonen und daraus ein Musical zu machen. Vorerst wurde es nicht am Broadway gespielt, sondern im Joseph Papp’s Public Theatre, doch im April 1968 schaffte die Produktion es in das Biltmore Theatre am Broadway. Dafür wurden jedoch kleine Änderungen vorgenommen.
Das Stück hat keine dramaturgische Geschichte, sondern erzählt eher durch einen roten Faden, wie sich die jungen Menschen, die der Hippie-Bewegung beitraten, fühlten.
In Texten, Songs, Tanzszenen und Sketchen wird das Lebensgefühl der Jugendlichen widergespiegelt und ihr Widerstand gegen die herrschenden Verhältnisse, wie Krieg, Gewalt und gesellschaftliche Hierarchien. Außerdem behandelt das Musical auch die Frage nach dem Sinn des Lebens, den Konflikt zur Elterngeneration, den Rassismus, die weltweite Studentenrevolution und auch die Flucht in Träume durch Drogen.
Das Stück wurde bald auch in anderen Ländern aufgeführt, sollte aber der Inszenierung vom Broadway sehr ähnlich bleiben – nur manches wurde an die dortigen Verhältnisse angepasst. So wurde in dem Musical in Deutschland auch die Studentenbewegung der deutschen Studenten dargestellt und die Mauer zwischen Ost -und Westberlin wurde kritisiert.
Das Musical war sehr erfolgreich: In England und in Deutschland war Hair vor „Jesus Christ Superstar“ das erfolgreichste Musical aller Zeiten. Die Show lief hier zweieinhalb Jahre. Unter Anderem war das Musical in München, Düsseldorf, Berlin, Hamburg, Böblingen bei Stuttgart, Frankfurt, Nürnberg, Köln, Essen und Duisburg zu sehen.
Die Liedtexte wurden dabei meist wörtlich übersetzt, lediglich wurden sie an die deutsche Sprache angepasst. In teils kabarettistischer Art wurden die Strukturen der Gesellschaft auf die Schüppe genommen, teilweise gab es auch lokale Anspielungen. Insofern war Hair weniger ein Musical mit fortlaufender Handlung als mehr ein Rock-Kabarett mit aufeinander folgenden Songs und Szenen ohne besondere Örtlichkeit.
Auch das ist ein Grund für den Erfolg des Musicals, das im September 1968 in London im Shaftesbury Theatre Premiere hatte und dort bis 1973 aufgeführt wurde, dann stürzte das Theater ein. Und im Oktober 1968 feierte es auch schon in Deutschland im Theater an der Briennerstraße in München Premiere.
“Hair” wurde sogar auch 1979 verfilmt.
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